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Eine Information der Kreispolizeibehörde : Beamte des Kriminal-Kommissariats 3 der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis haben heute morgen gegen 8.00 Uhr ein Wohnhaus an der Bröltalstraße in Neunkirchen-Seelscheid-Ingersau durchsucht. Die Aktion erfolgte in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bonn, nachdem Hinweise auf verbotene Substanzen im Haus eingegangen waren.
Im Einfamilienhaus entdeckten die Beamten Räume mit Geräten und Chemikalien, die sich zur Herstellung synthetischer Drogen eignen. Der 46-jährige Bewohner, bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten, wurde vorläufig festgenommen. Seine Familie, die ebenfalls im Haus lebt, musste das Gebäude verlassen und ist vorübergehend bei Verwandten untergebracht.
Die Ermittler sperrten das Haus weiträumig ab und beschlagnahmten es. Für die Sicherung der Chemikalien zog die Polizei die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes hinzu. Die Feuerwehr unterstützte die Einsatzkräfte vor Ort. Während der Maßnahmen kam es zu Verkehrsbehinderungen auf der Bröltalstraße. Der Einsatz dauerte bis in die Nachmittagsstunden an. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen dauern an.
(Ende der Meldung der Polizei)
Nach Angaben aus der Nachbarschaft hatte die Polizei das am Hang liegende Gebäude gegen 8 Uhr am Morgen in filmreifer Manier gestürmt. Dafür war laut Kreispolizei aber kein Spezial-Einsatz-Kommando (SEK) notwendig, Ermittler der eigenen Kripo hatten die Aufgabe übernommen. Nach der bereits erwähnten Verhaftung und dem Auffinden von Behältnissen mit unklaren, möglicherweise gefährlichen Inhalten kamen die Ermittlungen kurzzeitig zum Stillstand.
Ab den späten Vormittagsstunden trafen Einsatzkräfte zahlreicher Behörden, Feuerwehren und Rettungsdienst in Ingersau ein. Dazu gehörten zunächst die örtliche Feuerwehr, die den Brandschutz während der nachfolgenden Ermittlungsarbeiten sicherstellte, sowie eine Rettungswagen-Besatzung zur Eigensicherung der Einsatzkräfte.
Hinzu kamen die Analytische Task Force (ATF) des 'Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe' und der Umweltschutzdienst der Feuerwehr Köln mit einem mobilen Labor, welche bei Einsätzen zur Bewältigung von chemischen, biologischen und radiologisch / nuklearen Lagen angefordert werden. Auch Lucia Wickert, ABC-Fachberaterin der Feuerwehr Troisdorf und Leiterin der Messgruppen des Rhein-Sieg-Kreises, war vor Ort. Die Beweissicherung wurde von einer Tatortgruppe des Landeskriminalamtes übernommen, zusätzlich war die Spurensicherung der Polizei tätig.
Am Nachmittag war die Öffnung von einzelnen Behältern innerhalb des Gebäudes vorgesehen, deren Inhalte vor einem späteren Abtransport analysiert werden sollten. Damit Feuerwehr und Rettungsdienst vor dem Objekt in Stellung gehen konnten, musste die Bröltalstraße (B 478) für mehrere Stunden halbseitig gesperrt werden. Die Polizei regelte den Verkehr wechselseitig, es kam zu Behinderungen. Auch der Parkplatz des nahegelegenen Restaurants blieb zur Aufstellung der zahlreichen Einsatzfahrzeuge den Tag über gesperrt, seitens des Betriebs wurden Umsatzeinbußen beklagt.
Auch aufgrund der Menge der aufgefundenen Stoffe liegen die Ergebnisse der einzelnen Analysen noch nicht vor, verlautete es am Folgetag von Polizei beziehungsweise Staatsanwaltschaft. Die entsprechenden Ermittlungen dauern noch an. (cs)




















