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Wahlkampf mit Traktorhilfe und fragwürdigen Behauptungen

Was hat ein Traktor mit dem Wahlkampf zu tun ? Das wird weiter unten erklärt.

Nicht leicht haben es die Kandidatinnen und Kandidaten der politischen Parteien beim Wahlkampf zu Zeiten der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen. Dorffeste und andere Veranstaltungen, bei denen sich die Akteure den Bürgerinnen und Bürgern hätten vorstellen können, sind zum größten Teil der Schutzverordnung zum Opfer gefallen. Gerade für neue Gesichter im politischen Geschehen der Kommune und den einzelnen Wahlkreisen ist es daher schwer, sich und ihre Vorstellungen bekanntzumachen oder Anregungen aufzunehmen.

Klassische Wahlkampf-Medien stehen dennoch vielfach in der Kritik. So wird der Umfang der Plakatwerbung insbesondere von CDU und SPD bemängelt, von letzterer zudem die Größe der bunten Botschaften. Mit Hauswurfsendungen von Wahlbotschaften haben sich die Parteien in diesem Jahr dennoch auffallend zurückgehalten, aber dies ist von Ortsteil zu Ortsteil verschieden, wie eine kleine Recherche ergab. Die Programme mancher Partei sind daher nicht bis zu den Bürgern durchgedrungen.

Es sind jedoch einige kreative Formen der Wahlwerbung zu beobachten. Nicht neu, aber dennoch nicht alltäglich ist das Vorgehen der 'Bündnis 90 / Die Grünen', die mit grünlackierten Fahrrädern und integrierten Wahlbotschaften an zahlreichen Stellen der großen Ortschaften auf sich aufmerksam machen. Offenbar wechseln die Positionen sogar sporadisch.

Die CDU setzt an vier Stellen der Hauptzufahrten nach Neunkirchen und Seelscheid auf großformatige Werbung. Durch die Corona-bedingte Absagen der Erntefeste fehlten bislang die typischen Strohpuppen, die üblicherweise auf die Feste aufmerksam machen. Ersatzweise gibt es nun Strohpuppen mit dem Konterfei von Bürgermeister-Kandidatin Anke Nolte.

Auch Bürgermeisterin Nicole Sander (SPD) setzt auf Größe. Von Plakatwänden, sogenannten Großflächen, auf denen normalerweise für Lebensmittel, Waschpulver oder Autos geworben wird, blickt sie auf die Straßen. Bemerkenswert dabei ist, daß sie dabei auf jeglichen Hinweis auf ihre Partei verzichtet. Eine solche Vorgehensweise wird des Öfteren angewendet, um einen breiteren Kreis anzusprechen als die eigene Parteibasis.

Leider ist auch in diesem Wahlkampf zu beobachten, daß die Wahrheit das ein oder andere Mal auf der Strecke geblieben ist. Es gab Falschbehauptungen, Halbwahrheiten und Auslassungen in der Darstellung, die - ohne die Zusammenhänge zu kennen - einen völlig falschen Eindruck hinterlassen. Es wird auch nicht besser, wenn solche Botschaften in satirischer Form daherkommen.

Ein Beispiel ist die Unterstellung, die CDU hätte das Werbemittel eines Mitbewerbers für eigene Zwecke kopiert. Richtig ist das genaue Gegenteil, was bei einem Vergleich der beiden Werbemittel sehr leicht zu erkennen ist (im Foto rechts das Original der CDU). Falschen Eindruck gestreut - Werbeziel erreicht ?  In den USA und im Vereinigten Königreich waren solche Formen von Wahlkämpfen erfolgreich.

Für noch mehr "Pappen" an den Straßenrändern sorgt eine Werbeaktion, die die Kommunalwahl zur Aufmerksamkeit nutzt, aber letztlich einem ganz anderen Zweck dient. Der Männergesangverein Seelscheid ruft zwar auch zur Stimmabgabe auf - wobei das Plakat in schwarz (grau), rot, gelb und grün bewußt das Spektrum der Parteien abdecken dürfte -, doch ist man eigentlich an einer ganz anderen Stimme interessiert. Denn der Verein sucht neue (Gesangs-)Stimmen und ruft zur Teilnahme bei seinen wöchentlichen Proben auf. (cs)

 

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07. September 2020


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